22. Sep

Schwuler Filmemacher verklagt Zensoren


Der Filmemacher Fan Popo trägt ein T-Shirt: "Wir wollen schwule Filme sehen dürfen!" Foto: Fan Popo

Der Filmemacher Fan Popo trägt ein T-Shirt: “Wir wollen schwule Filme sehen dürfen!” Foto: Fan Popo

Homosexualität untergräbt nach Ansicht der chinesischen Behörden die Stabilität der Gesellschaft

Peking. In China wagt es nur selten ein Künstler oder Journalist, sich mit der allmächtigen Medienaufsicht anzulegen. Jetzt hat der 29-jährige Regisseur Fan Popo die Zensoren kurzerhand verklagt – weil sein Film „Rainbow Mama“ nicht mehr gezeigt werden darf. „Es heißt immer, dass China offener wird, doch davon ist derzeit nur wenig zu merken“, sagt Fan. „Eine lange Zeit war es erlaubt, den Film zu zeigen, und jetzt ist er gesperrt.“ Weiterlesen…

15. Sep

Aufstand der Omas


In China nimmt der Streit um Tänze auf öffentlichen Plätzen bizarre Formen an – es fallen schon Schüsse

Peking. Diese Damen würden sich wehren, wenn jemand sie vertreiben wollte, so viel ist sicher. „Die sollen mal kommen, dann sehen die schon, ob die sich mit uns anlegen wollen“, sagt Wang Shufen, 67 Jahre alt, die Haare schwarz gefärbt und flott gelockt. „Bisher können wir hier aber tanzen, so viel wir wollen.“ Auf dem Platz in der Nähe des Vorderen Sees im Zentrum Pekings stampfen im Schein der Straßenlaternen drei Dutzend ältere Damen – und zwei Herren – im Takt der Tanzmusik aus einem schwarzen Lautsprecherblock. Weiterlesen…

17. Jun

Realismus statt Liebe


ai

Chinas junge Generation geht an die Partnerwahl scheinbar extrem pragmatisch heran – dahinter verbirgt sich jedoch eine kaum stillbare Sehnsucht nach Romantik

Peking. Die Frage kommt manchmal mehrfach am Tag: „Bist Du schon verheiratet?“ Sie gehört zu den Fixpunkten der Konversation in China. Wildfremde Menschen, vom Taxifahrer bis zur Partybekanntschaft, interessieren sich vor allem dafür, ob das Gegenüber schon ein richtiges Mitglied der Gesellschaft ist – oder noch ein vermeintlich verantwortungsloser Single. Weiterlesen…

7. Jun

Vergebliches Leid


Kinder in China: Wäre die Geburtenrate ohne Zwang auch gesunken?

Kinder in China: Freiwillig weniger Geburten

Ein Soziologe nennt Chinas Ein-Kind-Politik „gescheitert und nutzlos“ – ohne die strengen Strafen hätten die Eltern ebenfalls weniger Nachwuchs gezeugt

Peking. Die Lehrerin Qin Yi war schockiert, als die Behörden von ihr Anfang dieser Woche plötzlich eine Abtreibung verlangten. Die schwangere Frau war von der Provinz Anhui in das weiter westlich gelegene Guizhou gezogen. In ihrer Heimat durften Qin und ihr Mann ein weiteres Baby zeugen, obwohl beide bereits Kinder aus früheren Ehen hatten. In Guizhou ist das nicht erlaubt. Weiterlesen…